Winterherz tod in einer kalten nacht. Pressemappe: Winterherz

Die Kritiker: «Winterherz

winterherz tod in einer kalten nacht

Und darin können wir auch die Allgemeingültigkeit des Stoffes erkennen: Wir leben mit unglaublich vielen Unterlassungssünden, Unkorrektheiten, dem ein oder anderen Bequemlichkeitsschwindel. Blöderweise stapft der volltrunkene Halbstarke stattdessen zu Fuß durch die gottverlassene Kälte nachhause — und wird mitten im Nirgendwo von einem Auto angefahren. Sie ist aber nicht bereit, gegen Maxim vor Gericht auszusagen, um seine Karriere nicht zu gefährden und sich selbst vor strafrechtlichen Konsequenzen zu schützen. Schuld ist eines der großen Menschenthemen. Doch der Junge hat innere Verletzungen und stirbt.

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Winterherz

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Als Mike seinen Eltern von dem sich erhärtenden Verdacht gegen die Vollerts erzählt und seine Mutter auch noch von der Liaison zwischen Mike und Sylvie erfährt, bricht für sie eine Welt zusammen. Regisseur Johannes Fabrick inszenierte das Drama nach dem Drehbuch von Susanne Schneider: Sylvie Vollert sitzt im Wagen, als ihr Mann Maxim in einer Winternacht den 17-jährigen Finn Gattner anfährt und den scheinbar Unverletzten an einer Bushaltestelle zurücklässt. Das kann doch auch seine schockierte Frau und Beifahrerin Sylvie Laura de Boer nicht wollen. Die durchaus feinsinnige Inszenierung von Regisseur Johannes Fabrick und das sanfte empathische Spiel von Laura de Boer und Anton Spieker nehmen dieser Wendung dabei viel von der Klischeehaftigkeit, die sie bei nüchterner Betrachtung wohl in sich trüge. Richter Maxim Vollert Franz Pätzold sitzt des Nachts, nichts Böses ahnend, am Steuer seines Wagens, da läuft ihm der 17-jährige Finn Jeremias Meyer im Vollrausch vor die Kühlerhaube. Sylvie beichtet Mike die Wahrheit und will aus Liebe zu ihm ihren Mann verlassen.

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Eine überforderte Figur wie Mike zu spielen, ist immer cool, weil alles passieren kann. Solange wir damit durchkommen, kräht kein Hahn danach. Ebenso wenig lässt der Film eine ethisch befriedigende Antwort auf das ihm zugrunde liegende Dilemma zu, sondern erweitert es nur noch um ein weiteres Unrecht. Vieles steht im Raum: Mike hätte seinen kleinen Bruder Finn nicht alleine lassen dürfen. Mike erzählt seinen Eltern von dem sich erhärtenden Verdacht gegen die Vollerts. Auf der Beerdigung begegnen sich Finns Bruder Mike Anton Spieker , der von schweren Selbstvorwürfen geplagt ist, weil er den Verunglückten damals nicht begleitete, und die Beifahrerin der Unglücksnacht — Maxim Vollerts Frau Sylvie Laura de Boer.

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Der Fahrer macht sich auf und davon, der Jugendliche stirbt an inneren Verletzungen. Als es schon ziemlich spät ist, und Finn ziemlich betrunken, schickt Mike ihn nachhause, nachdem er ihm noch Geld für ein Taxi zugesteckt hat. Er ermittelt auf eigene Faust. Die durchaus feinsinnige Inszenierung von Regisseur Johannes Fabrick und das sanfte empathische Spiel von Laura de Boer und Anton Spieker nehmen dieser Wendung dabei viel von der Klischeehaftigkeit, die sie bei nüchterner Betrachtung wohl in sich trüge. Das hat etwas schrecklich Unmoralisches.

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Das zeigt «Winterherz — In einer kalten Nacht» am Montag, den 2. Und vielleicht verschuldet sich auch Mike, die Hauptfigur, in dem Moment, wo er sein sexuelles Abenteuer genießen will und den Anruf des kleinen Bruders, für den er die Verantwortung übernommen hat, nicht annimmt. Erst im Moment der Katastrophe wird der Schrei nach dem Schuldigen laut. Etwas absurd mutet an, dass er mit Sylvie ins Bett geht und schließlich - von Rachegefühlen getrieben - sogar Lynchjustiz begehen und Gleiches mit Gleichem vergelten will. Finns Bruder Mike macht sich schwere Vorwürfe, dass er den betrunkenen Finn alleine nach Hause hat gehen lassen.

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Die Kritiker: Winterherz

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An Finns Grab trifft er Sylvie, und zwischen den beiden entwickelt sich eine leidenschaftliche Beziehung. Dabei offenbart de Boer ohnehin von ihrer ersten Screen-Minute an die Gravitas, ein komplexes emotionales und psychologisches Schulddrama zu spielen, und sie staffiert ihre Figur mit einer erstaunlichen Vielschichtigkeit aus, obwohl das Drehbuch diese Rolle unangenehm aber vielleicht aus einer dramaturgischen Notwendigkeit heraus sehr einseitig anlegt: In ihrer Beziehung zum ambitionierten Richtersgatten spielt Sylvie eindeutig die zweite Geige. Als es schon ziemlich spät ist, und Finn ziemlich betrunken, schickt Mike ihn nachhause, nachdem er ihm noch Geld für ein Taxi zugesteckt hat. Der vors Auto getorkelte Besoffski hat den Aufprall ja auch ganz gut verkraftet und blutet nicht einmal. Auf Maxims Drängen lässt schließlich sogar die zarte und umsichtige Sylvie davon ab, einen Notarzt zu rufen. Zwischen den beiden bahnt sich eine Liebelei an, obwohl es nur eine Frage der Zeit ist, ehe das Geheimnis ans Licht kommt und die Eskalation droht. Ebenso wenig lässt der Film eine ethisch befriedigende Antwort auf das ihm zugrunde liegende Dilemma zu, sondern erweitert es nur noch um ein weiteres Unrecht.

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Fernsehen: Winterherz

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Der Unfall ist wie eine Lupe, unter der plötzlich alle Facetten der Schuld sichtbar werden. Aber vielleicht sind auch schon die Eltern mit schuld, weil sie beim gemeinsamen Abendessen unbedingt mit Alkohol die Stimmung heben wollten. An Finns Grab trifft er Sylvie Vollert, die in der Unglücksnacht neben ihrem Mann im Wagen saß. Am Steuer saß Maxim Franz Pätzold , frischgebackener Richter auf Probe am örtlichen Landgericht, und noch dazu ein ziemlich hochnäsiger Typ aus einer maßlos konservativ-arroganten Familie. Wenn jetzt herauskäme, dass er in leicht alkoholisiertem Zustand einen Jungen angefahren hat, wäre es mit der Justizkarriere schnell Essig. Wie umgehen mit der Erkenntnis, dass auf Schuld nicht unbedingt Sühne folgt, dass Täter, die ein Leben ausgelöscht haben, das ihrige unbehelligt weiterführen können und die Opfer hilflos zurückbleiben? Ein 17-Jähriger wird in einer kalten Winternacht auf einer Landstraße überfahren. Stattdessen setzen die Beiden den Jungen an der nächsten Bushaltestelle ab — wo er am nächsten Morgen tot von der Polizei aufgelesen wird.

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